VBL-Geschäftsbericht. Gemeinschaft.

Wir alle brauchen Gemeinschaft – zuhause, im Alltag, im Beruf. Auch bei der VBL dreht sich am Ende alles um gelebte Solidarität. Dabei hat das Zusammenleben mit unseren Mitmenschen unterschiedlichste Formen und Facetten. Diesen wollen wir uns in einer neuen sechsteiligen Serie zum VBL-Geschäftsbericht „Gemeinschaft“ nähern, die wir heute mit der Frage beginnen: Warum ist der Mensch eigentlich ein Gemeinschaftswesen?

Dass der Mensch ein Gemeinschaftswesen ist, hat vielfältige Ursachen. So weist die Evolutionsbiologie auf die zentralen Vorteile hin, die gemeinsames Jagen, Sammeln und gemeinsamer Schutz vor Raubtieren für das Überleben brachten. Zudem ließen sich in einer Gruppe Informationen leichter austauschen. Erst durch das Leben in Gruppen konnten sich die Menschen auf bestimmte Aufgaben spezialisieren (zum Beispiel Ackerbau, Handwerk, Verwaltung), was Gemeinschaften produktiver machte. Und auch besondere Herausforderungen, etwa in Notlagen, ließen sich zusammen besser meistern.

 

Auch heute suchen wir noch immer Sicherheit, Bestätigung und Unterstützung in der Gemeinschaft. Ohne diese ist menschliches Leben nicht denkbar: Wir werden in eine Familie hineingeboren, die uns Liebe und Geborgenheit gibt. Schon als Kinder knüpfen wir enge Freundschaften. Später freuen wir uns über gemeinsame Erfolge in unserem Sportverein.

Wir verbünden uns mit Personen, die sich mit uns politisch oder gesellschaftlich engagieren – und sind natürlich im Job auf die Unterstützung einer guten Kollegschaft angewiesen. Das ist bei der VBL genauso wie überall. Gruppenzugehörigkeit bietet uns emotionale Unterstützung, hilft uns bei der Bewältigung von Stress und fördert unser seelisches Wohlbefinden.

Gemeinschaften schaffen soziale Normen und Werte, die unser Verhalten regulieren und stabilisieren.

Nur so wird Zusammenarbeit und kollektives Handeln möglich, was für den Fortschritt der Menschheit unerlässlich war: Stämme, Dörfer und Städte boten Schutz, ermöglichten eine effizientere Nutzung von Ressourcen und schufen Identität.

Während frühe menschliche Gemeinschaften dabei auf Verwandtschaft oder gemeinsamer Ressourcennutzung basierten, entstanden mit der Entwicklung von Landwirtschaft und Handel komplexere soziale Strukturen. In der industriellen Ära wurden die Verbindungen dann zunehmend durch Arbeit und wirtschaftliche Interessen definiert – von den Handwerkszünften im Mittelalter bis zu den heutigen Interessenverbänden oder auch berufsständischen Vereinigungen.

Doch starker Zusammenhalt birgt auch Risiken. Etwa wenn eine Gruppe dazu neigt, nicht zu ihr gehörige Menschen als Konkurrenz oder gar minderwertig zu betrachten. Nationalismus, Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind ebenso das Resultat von Gemeinschaft wie Hilfsbereitschaft und Solidarität. In der realen ebenso wie in der digitalen Welt.

Denn heute sind Gemeinschaften natürlich längst nicht mehr geographisch begrenzt: Digital sind wir über Plattformen und Netzwerke mit Gleichgesinnten verbunden – immer und an jedem Ort. Und so existieren mittlerweile unendlich viele und vielfältige Gemeinschaften nebeneinander: familiäre, soziologische, ethnische, politische oder religiöse. Sicher ist: Die Herausforderungen der Zukunft werden wir nur gemeinsam bewältigen. Das gilt für die großen globalen Themen der Menschheit ebenso wie für den Alltag von uns allen – privat und im Job.